Blumentopf löst sich auf und gibt fast ausverkaufte Abschiedskonzerte

Wenn Blumentopf wie hier 2012 in der Großen Freiheit in Hamburg ein Konzert geben, bebt die Halle. Foto: Oliver Wunder

Wenn Blumentopf wie hier 2012 in der Großen Freiheit in Hamburg ein Konzert geben, bebt die Halle. Foto: Oliver Wunder

Niemals wird es wieder so werden, wie es war – wie soll sonst ein Artikel über das Ende von Blumentopf beginnen? Die HipHop-Crew löst sich auf wie Take That kurz vor der Single 6 Meter 90 von 1997. Mit Fensterstürzen durchdrehender Teenies muss man wohl nicht rechnen, schließlich sind die Fans in 23 Jahren Bandgeschichte mitgealtert und erwachsen geworden. Doch die Nachricht macht traurig.

Blumentopf steht für erstklassigen Deutschrap aus München. Kaum eine andere Crew hat so lange bestanden, war underground und doch populär. Nun haben Cajus, Holunder, Schu, Roger und Sepalot das Ende der Band verkündet. Aber in 2016 soll es mehrere Abschiedskonzerte von Blumentopf (*) geben.

Zuerst war nur eines in München geplant; da es bereits nach wenigen Stunden ausverkauft war, gibt es nun weitere Termine für München, Köln und Hamburg. Einzig für das Konzert am 6. Oktober 2016 in Hamburg gibt es wenige Restkarten. Spätestens nach der Zugabe heißt es dann: „Es steigen einem die Tränen in die Augen.“

Denn Blumentopf war nicht einfach nur eine Band. Die Songs waren immer auf der Höhe der Zeit und passten zu allen Lebensabschnitten. Sie waren prägend.

  • „6 Meter 90“ hat sich Wort für Wort in unsere damaligen Teeniehirne gebrannt, während die kleine Schwester nebenan wegen irgendeiner Boygroups geheult hat.
  • „Party Safari“ hat unsere Partynächte bestimmt und tut es in den seltenen Ausgehmomenten immer noch.
  • „Liebe & Hass“ beschreibt immer noch genau das, was wir lieben und was wir hassen.
  • „Mein Block“ hat nicht nur Sido angefixt.
  • „Fuck the System“ war Punk, hat uns politisiert und gleichzeitig desillusioniert.
  • „Danke Bush!“ kam genau zur richtigen Zeit und hat das Nein zum Irakkrieg musikalisch unterstützt.
  • „Manfred Mustermann“ hat unseren Werdegang erschreckend genau beschrieben und uns über den Sinn des Lebens grübeln kassen.
  • Die RAPortagen waren das Highlight zu jeder Fußball-WM und EM ab 2006.
  • „Fenster zum Berg“ hat gezeigt, das auch auf den Beat einer Blaskapelle gerappt werden kann.
  • Und schließlich war da „Rosi“ mit Günther Sigl von der Spider Murphy Gang und zeigte, was aus dem „Skandal im Sperrbezirk“ geworden ist.

Ein Wort: Legendär! Dennoch keine Zeit für Tränen, Zeit für die „Party Safari“!

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