Mit MZEE geht ein HipHop Urgestein

MZEE

Torch und Eimsbush: So sahen die MZEE-Kataloge um die Jahrtausendwende aus.

Back in the days, irgendwann in den 90ern. HipHop auf dem norddeutschen Dorf, das waren die Absoluten Beginner, Eins Zwo, Eimsbush und irgendwo dazwischen MZEE HipHop Mailorder Kataloge. Darauf immer diese drei lässigen Typen. Beanie, Base-Cap auf’m Kopf, Adidas-Trainingsanzug an, Vinyl,  Mic und eine Graffiti-Dose in der Hand.

MZEE – Ein Garant für den heißen Underground-Shaice. Egal ob Graffiti-Pulli von Can2, T-Shirt von Dare, Graffiti-Marker, Blackbook, Vinyl der Stieber Twins, Vestax-Mixer oder Poster vom Flash – MZEE konnte es liefern. Das Unternehmen aus Köln war der sympathische Dealer der Szene, der alles hatte was das HipHop Herz begehrte.

Das Bestellmagazin im Querformat kam ein mal im Jahr, dazwischen kurze Updates. Grafisch immer top. Als Highlight eines der Magazin ein ausmalbarer Bahn-Waggon in der Heftmitte. Dann kam der Höhepunkt des Deutschrap-Hypes, der Durchbruch des Internets und Siegeszug des HipHop im Mainstreams und die Kommerzialisierung. MZEE lieferte weiter, passte sich an, lieferte am Ende auch Pitbull oder Blingbling.

Jetzt schließt MZEE und erklärt das in einem Blog-Post so:

Nach mehr als 20 Jahren Aufbauarbeit braucht Hip Hop uns nicht mehr. Denn auch ohne uns verkaufen Rapper ihre Platten und Klamotten-Designer ihre T-Shirts. Auch Marker und Graffiti-Bücher haben ihre eigenen Strukturen gefunden. Alle Medien und Gesellschaftsstrukturen sind inzwischen mit Hip Hop Heads durchsetzt, überall stehen die Wege offen.
Das heißt: die Vision, mit der wir angetreten sind, ist Realität geworden.
Mission erfüllt!“

Das Team lässt aber eine Hintertür offen. „Gibt es im Hip Hop ein Abschied ohne Comeback? Sei gespannt!“, schreibt Ralf Kotthoff. Warum nicht, wenn der Weg zurück zu den Anfängen führt.

 

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